Inzell Tag 3 (dicke Beine auf dem Treppchen)

Der zweite Wettkampftag begann recht früh mit dem Warmup um 8:00 Uhr. Meine Beine sagten mir sofort, dass sie lieber im Bett ausgestreckt geblieben wären. Nach 20 Minuten verließ ich das Eis und versuche mit etwas Joggen und Gymnastik in Gang zu kommen. Heute musste ich zweimal auf der Außenbahn starten und das Lospech hatte mir Gegner serviert, die keine Hilfe sein würden.
Bei den 500 m verstolpere ich den Start, bin aber genauso schnell wie gestern. Die Runde lief einigermaßen gut und mit 0:45,67 hatte ich zwar eine weitere Saisonbestzeit geholt, aber mein Ziel, eine „flache“ 45, wieder verfehlt.
Über 1000 m kam dann das dicke Ende. Nach geglücktem Start und sauberer erster Runde wollten die Beine einfach nicht mehr. Ich spürte, dass ich viel zu aufrecht lief, aber die Beine weigerten sich in die tiefe Position zu gehen. Am Ende standen 1:31,67 auf der Anzeigentafel, wobei ich im Vergleich zum Vortag über eine Sekunde nur auf der letzten Runde verlor.
Aber meine Gegner hatten auch so ihre Probleme und ich konnte Platz drei sicher behalten. Somit endete dieser Wettkampf erstmals für mich auf einem bisher in Inzell unbekannten Platz, dem Podium.
Am späten Nachmittg hatte ich dann einen Termin mit Monique zur Videoanalyse meiner Rennen. Warum filmen die bloß immer einen Typen, der zwar exakt die gleichen Klamotten wie ich trägt, aber so fürchterlich schlecht eisläuft? Jedenfalls waren die Aufnahmen recht ernüchternd, es gibt also noch viel zu tun für die kommenden Tage.

NRIV-Training in Lechtingen

Beim NRIV-Training in Lechtingen nahmen insgesamt acht Celler teil, zwei Kinder, fünf Jugendliche und ein „jung gebliebener“. Während die Kinder nur am Samstag dabei waren, durften sich die älteren über zwei Tage quälen lassen. Die Veranstaltung verlief in der für Lechtingen gewohnten sehr harmonischen Weise.

Inzell Tag 2 (wenn der Knoten platzt)

Der erste Wettkampftag. Die Vorbereitung konnte in aller Ruhe erfolgen, denn erst um 10:45 Uhr stand das Warmup auf dem Programm. Also noch schnell die Kufen polieren, etwas Proviant einkaufen und ab zur Eishalle. Nach ein paar Runden lief es einfach rund, ich fühlte mich sauwohl auf dem Eis. Drei kurze Steigerungen und gut ist.
Das Losglück hatte mir für den heutigen Tag zweimal die von mir bei den Sprints bevorzugte Innenbahn beschert. Die 500 m gegen einen Holländer liefen fehlerfrei, aber irgendwie zu langsam, 0:45,81 bedeuteten zwar Saisonbestzeit, dennoch war ich eine glatte Sekunde langsamer als letztes Jahr. Leicht frustriert suchte ich Rat bei Monique, deren Resumee ziemlich unspektakulär „alles viel zu hoch“ lautet.
Also Versuch Nummer zwei über 1000 m mit Moniques Worten in den Ohren gegen Sören Grimmer. Dieses Mal passen die Startschritte, ich komme gut weg und kann in der ersten Kurve gleich richtig Druck machen. Die 21,6 als Startzeit waren gut. In der ersten Runde Volldampf. Alle Kurven getroffen, ich versuche tief zu bleiben, Monique zeigt eine 33,4. Das beflügelt für die letzte Runde. In der letzten Kurve wollen die Oberschenkel platzen, aber ich komme noch sauber hindurch. Ziel, der suchende Blick zur Anzeigentafel 1:30,10! Die Gefühle schwanken zwischen Frust (wieder die 1:30 knapp verpasst) und Freude (zweitbeste Zeit meines Lebens). Am Ende überwiegt aber die Freude. Nach den ganzen verpatzten Läufen in diesem Jahr endlich mal keine Fehler, kein Kufendefekt, kein schlechtes Eis, keine Gegner, die mir vor die Füße fallen. Noch mehr wuchs die Freude beim Blck auf die Ergebnisliste, denn die beiden Läufe bedeuten Rang drei nach dem ersten Tag.
Anschließend nch ein paar lockere Runden mit Reinhold zusammen auslaufen, dann in aller Ruhe gründlich dehnen, ab ins Quartier und duschen. Zur Belohnung geht es ins Massimo (der Stamm-Italiener in Inzell), wo wir uns in großer Runde verabredet haben.