Tag 3 – Inzell, Arbeit und Training

Etwas enttäuschend begann der Morgen. Die Bäckerei hat den morgendlichen Brötchenverkauf unten im Flur eingestellt. Anstatt mal schnell über den Flur zum Bäcker zu huschen, heißt es ab sofort Frühsport und eine kurze Wanderung durch die Kälte zum Bäcker durch den Kurpark.
Der strahlende Sonnenschein lockt einen mit aller Gewalt nach draußen, aber leider geht im Moment die Pflicht vor und ich muss arbeiten. Training ist wegen des Weltcups am kommenden Wochenende für uns „Sterbliche“ leider nur einmal am Abend möglich. Daher müssen die Ski noch ein wenig auf ihre Bewegung warten.

Tag 2 – Training Erfurt

Heute hieß es früh austehen. Schnell frühstücken, mein „Notquartier“ räumen und um 7:45 Uhr war ich in der Halle. Ein kurzes Warmup und das Training konnte beginnen. Immer wieder versuchte ich meine Kurventechnik zu verbessern, am Ende noch ein paar Starts. Dann kamen die freundlichen Worte: „Wenn Du willst, kannst Du bei uns nach der Eispflege noch mittrainieren.“ Kurzentschlossen änderte ich meine Pläne für den restlichen Tag. Der geplante Skilanglaug in Inzell am Nachmittag musste sich diesem Angebot unterordnen. Ich berichte dem Trainer von meinem Kurverproblem und er gab mir technische Aufgaben. Am Ende wurde es über eine halbe Stunde intensives Techniktraining. Ob die Kurven nun endlich besser werden? Mal abwarten!
Anschließend schnell noch unter die Susche und die Fahrt konnte beginnen. Im Thüringerwald riss der Hochnebel auf und der strahlende Sonnenschein lockte mich auf einem einsamen Autobahnrastplatz zu einer längeren Mittagspause im Freien. Die restlichen Kilometer zogen sich relativ entspannt hin, denn Staus waren immer nur auf der Gegenseite. Um 17:00 Uhr hatte ich mein Quartier bezogen. An der Rezeption wurde mitgeteilt, dass ich Glück und damit nachts Ruhe hätte weil ich mit der amerikanischen Mannschaft auf einem Flur wohnen würde. Cool, der größte Medaillenfavorit für Olympia wohnt ab Morgen nur ein paar Türen weiter. Wenn sich doch nur etwas von seinem Tempo auf mich abfärben würde.

Tag 1 – Rennen Erfurt

Die frühmorgendliche Fahrt war unerwartet extrem anstrengend, da hinter dem Harz dichter Nebel das zügige Vorankommen massiv erschwerte. Etwas später als geplant kam ich in die Erfurter Halle, konnte gerade aber noch eine halbe Stunde Eisgewöhnung machen. Bei den Rennen machte sich die ausklingende Erkältung noch deutlich bemerkbar. Auch fehlte das geplante Training des letErfreulich war die Saisonbestzeit für den 500 m Start in 12,83 s. Allerdings verstolperte ich in meiner Euphorie sofort danach die Kurve, so dass es mit der eröfften guten Zeit nichts wurde. Über 1500 m liefen die ersten 700 m richtig gut, aber dann war die Luft weg und die letzten zwei Runden waren Quälerei. Trotzdem reichte es zur zweitbesten Zeit in dieser Saison.
Da mein übliches Quartier virenversucht war, hatte ich mich logistisch bereits auf eine Nacht im Auto eingestellt. Aber dank Tjards netten Angebot eines frein Sofas blieben mit die -1°C erspart.