Tag 9 – Innsbruck 2

Zum letzten Mal starteten wir zeitig nach Innsbruck. Schnell auf dem Weg tanken und ab zur Olympiaworld. Warum trainieren denn hier schon alle? Die Orga hatte auf Grund des drohenden Wetters den Zeitplan 30 Minuten nach vorn gezogen. Ab auf’s Eis und noch schnell ein paar Minuten Eisgewöhnung. Dann wieder runter, ein wenig Warmup und rasch umziehen, denn schon im vierten Lauf war ich an der Reihe. Ob es der sparsamen Erwärmung oder dem harten Eis geschuldet war, den Start verstolpere ich. Aber in den Kurven finde ich endlich den langvermissten Druck und kann gut beschleunigen, so dass ich im Ziel vorn bin und mich sogar mit 0:48,82 deutlich steigern konnte.
Vor dem letzten Lauf war es bereits so gut wie sicher, ich würde Rang 15 belegen, sofern nicht ungewöhnliches passiert. Mein niederländischer Gegner Verpasst den Start und ich führe auf der ersten Wechselgeraden, so dass ich mal wieder keinen Windschatten bekomme. Auch die nächste Kurve passte gut, letzter Wechsel nach außen, die Beine wollen platzen. In der Kurve höre ich das Kratzen der Kufen meines Gegners wieder herankommen. Nochmal alles geben und treten, ich rette den Vorsprung ins Ziel. Noch größer wird die Freude beim Blick auf die Anzeigentafel: 1:38,47! Das ist neue Saisonbestzeit! Hoch zufrieden beende ich damit den Wettkampf auf Rang 15.
Dann etwas auslaufen, heiß duschen und Mittagspause. Währenddessen beginnt es zu schneien. Dick eingepackt gehe ich zur Wechselgeraden und versuche meinen Freunden bei den schwierigen Bedingungen so gut wie möglich zu helfen. Im Schneegestöber gehen die Rennen zu Ende.
Jetzt ist wieder Pause angesagt, die wir nutzen um die Reste des Buffets zu plündern. Der restliche Nachmittag geht mit vielen Gesprächen rasch vorbei, bis wir uns am Abend zu Fuß auf den Weg zum Abschlussankett machen. Ohne Zweifel dieser Tiroler-Abend geht in die Analen des IMSSC ein. Das Menü war ebenso landestypisch (Kürbissuppe, Schweinebraten mit Sauerkraut und warmer Apfelstrudel) wir das Unterhaltungsprogramm, das alle Klischees perfekt bediente: Blasmusi, Schuhplattern, Tanz, Jodeln und Alphörner. Es war alles dabei. Ich gebe ja zu, dass diese Art von Unterhaltung eigentlich nicht so mein Geschmack ist, aber das war wirklich saugut gemacht.
Bis zum Ende des Abends blieben wir nicht. Durch den Schnee stapften wir zum Auto, das wir erstmal unter 20 cm Neuschnee ausbuddeln mussten. Die Österreicher wissen mit Schnee umzugehen, die Autobahn war einigermaßen frei und etwas langsamer machten wir uns auf den Weg. Kurz nach Mitternacht erreichten wir endlich Inzell. Ich war ziemlich geschafft, vor allem von der Fahrerei durch den Schnee am Ende des langen Tages.

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