Bjugn, Tag 6

Wenigstens einen Elch haben wir gesehen (war ja auch nicht zu übersehen).

Das gestrige „Bankett“ samt Siegerehrung wird nicht als denkwürdig in die Analen des Masters-Eisschnelllaufs eingehen. Recht früh machten wir uns auf den Heimweg in unsere Hütten, wo wir in lustiger Runde noch etwas weiter feierten. Aber die Aussicht auf den langen Heimweg trieb uns zeitig ins Bett.
Am Morgen standen packen, aufräumen und sauber machen auf dem Programm, dann ging es durch eine inzwischen wieder tief verschneite und frostige Winterlandschaft Richtung Heimat.
Unser gemeinsames Resümee:
+ Gutes Eis, gute Technik, starker Livestream, ordentliche Rennorga, Feitag Morgen mit vielen Schulkindern in der Halle als Zuschauern eine tolle Stimmung, viel Gelassenheit.
– Eröffnung und Abschlussveranstaltung etwas lieblos, an die Kälte in der Halle gewöhnt man sich erst im Laufe der Rennen.
Mein private Meinung: Bestes WM-Ergebnis (erstmals Top-ten), bestes Einzelstrecken-Ergebnis (Top-fünf). So eine Platzierung zu wiederholen wird schwierig. Die Reise war hart, aber interessant und hat sich in jedem Fall gelohnt.
Takk Bjugn!

Thomas wird siebter der Eisschnelllauf-Masters-WM


Bei den Masters-World-Games im Eischnelllauf (kurz Masters-WM) im norwegischen Bjugn belegte Thomas Rumpf nach drei Läufen noch Rang acht unter 12 Startern aus vier Nationen. Im abschließenden 5000 m-Rennen überraschte er mit einem fünften Rang und schob sich auf den siebten Platz nach vorn.
Mehr Details hier. Link zum Livestream der Veranstaltung.

Bjugn, Tag 5

Nachdem sich der Orkan gelegt hat, kam der Schnee. Heute Morgen auf Weg zur Halle begann es zu schneien, am Mittag lagen lockere 10 cm Schnee auf meinem Auto. Entsprechend kalt war es dann auch in der Halle mit 3°C. Zunächst waren die Frauen mit ihren 3000 m an der Reihe und ich durfte den Coach spielen. Katrin und Anke (aus Hamburg) in der AK50 holten sich die Ränge vier und fünf. Bei Imke war es spannender. Sie hatte 10,5 s Vorsprung gegen eine starke Langstrecklerin. Am Ende schaffte sie es nur drei Sekunden einzubüßen und wurde Weltmeisterin. Reinhold konnte zwar den vor ihm platzierten Läufer schlagen, aber es reichte nicht mehr um die 2,5 s Rückstand aufzuholen.
Dann kam ich an die Reihe. Die Aussichten waren klar, nach vorn und hinten jeweils 20 s Abstand. Bei einem ordentlichen Lauf kann nichts mehr passieren und zu holen war unter den Voraussetzungen auch nichts mehr. Mein norwegischer Gegner war ein alter Bekannter vom letztjährigen Master-Cup in Berlin. Nach einem guten Start kam ich auf der Wechselgeraden genau zwei Meter hinter meinem Gegner aus der Kurve und durfte mich erst einmal in seinem Windschatten ausruhen. Leider klappte das Mannöver zwei Runden später nicht noch einmal, da ich inzwischen auch auf der Wechselgeraden Vorsprung hatte. Ungewollt zwang ich meinen Gegner mir Vorfahrt gewähren zu müssen, dafür bekam er meinen Windschatten. Anschließend wurde es ein einsames Rennen. Aber zum Glück hat man ja Freunde dabei, die sich um die Strecke postiert hatten und mir richtig einheizten. Meine Rundenzeit hatte sich bei 40,x eingependelt, zwar etwas langsamer als geplant, dafür konstant. Die Anfeuerung wurde immer enthusiastischer, „das schaffst Du!“ usw. Was soll ich schaffen? Vor meinem Gegner bleiben, locker und sonst gab es doch kam noch was zu schaffen oder??? Aber egal, weiterlaufen was die Beine hergeben! Erst im Ziel wurde mir klar was ich schaffen sollte, ich hatte meinem Gegner satte 33 s und damit den siebten Rang abgenommen und einen weiteren Konkurrenten erst mit der Schlussrunde geschlagen. Insgesamt kam am Ende sogar der fünfte Platz in diesem 5000 m-Lauf heraus.
Den Abschluss machte Frank, der allein seine 5000 m absolvieren musste. Er lief mit einer Gleichmäßigkeit, als hätte es gestern Abend Uhren zu essen gegeben. Sein starker Lauf bedeutete die neuntbeste Zeit der AK50, änderte aber nichts mehr an seinem 13. Platz.

Wer ist „wir“

Wen meine ich eigentlch die ganze Zeit, wenn ich von „wir“ spreche? Unsere Gruppe stellt die halbe deutsche Vertretung hier in Bjugn.
– Da ist Imke Hüser, Eisschnellläuferin, die früher für den OSC Leer auch mach ein Skate-Rennen bestritt und nun ihre Führung bei den Damen der AK30 über die 3000 m retten will.
– Katrin Leschner aus Chemnitz, die neben dem Skaten auch auf dem Eis unterwegs ist, letztes Jahr Vizeweltmeisterin der AK50 wurde und sich gerade über ihren aktuell vierten Platz ärgert.
– Reinhold Marsollek aus Bochum, ebenfalls ein alter Skater, der nun das Eis bevorzugt. Er war uns zu unseren Anfangszeiten sehr behilflich den Weg auf das Eis finden und hat unser tolles Quartier organisiert. Er hofft sich Morgen noch Bronze der AK65 schnappen zu können.
– Frank Probst aus Berlin zusammen mit seiner Frau Susanne. Frank und ich sind gut befreundet und haben schon viele Wettkämpfe gegen-, aber vor allem miteinander bestritten. Er rangiert auf Rang 13 der AK50.

Bjugn, Tag 4

Der Tag begann unruhig. Gegen 2:00 Uhr morgens hatte der Sturm ein Fenster aufgestoßen und die Türen im Haus rappelten laut. Am Morgen auf dem Weg zur Halle bekam der Begriff Schneesturm ein reales Bild. Böen mit Orkanstärke peitschten den Schnee durch die Landschaft, die in Minuten wieder komplett weiß wurde. Aber für die Einheimischen scheint es ein ganz normales Wetter zu sein. Mit skandinavischer Gelassenheit wurde auch der Stromausfall kurz vor dem Rennen während der Eispflege hingenommen. Die Eismeister finden ihren Weg mit der Eismaschine auch im Dunkeln.
Für mich standen die 3000 m auf dem Programm, ausgerechnet gegen Frank aus Berlin, der mit uns gemeinsam die Tour hier in Bjugn macht. Wir kennen uns aus diversen Rennen. Dementsprechend nahmen die 3000 m ihren üblichen Verlauf: Ich gewinne den Start, er sammelt mich während der ersten Runden wieder ein und haut mir dann ab. 4:52 für Frank, 4:57 für mich, auch die fünf Sekunden Abstand lagen im üblichen Rahmen. Das waren keine überragenden 3000 m, aber auch keine über die ich unglücklich sein muss. Platz acht in der AK55, nun auch in der Gesamtwertung.
Am Nachmittag folgten die 1500 m. Irgendwie wollte ich auf die Kälte (4-5°C) in der Halle reagieren und machte mich dieses Mal ziemlich dick eingepackt warm, so dass ins schwitzen kam. Dazu ging ich relativ spät zum Rennen auf das Eis. Vielleicht lag es daran, aber die 1500 m liefen einfach super. Alle Zwischenzeiten nach Plan und nur minimal über Saisonbestzeit eine 2:19,65. Das war wieder der achte Rang, der sich nun auch in der Gesamtwertung verfestigt.
Zum Abend nahm der Sturm weiter zu und zerrt nun mit aller Kraft an unserer Holzhütte, dass man es sogar spüren kann.

Bjugn, Tag 3

Heute standen nur die 500 m auf dem Programm. Die Luft in der Halle eiskalt bei 4°C, draußen war es deutlich wärmer. Daher waren die Zeiten entsprechend „unterkühlt“: 0:46,43, etwas enttäuschend. Aber Platz 7 ist meine beste WM-Platzierung bei einem Einzellauf. Noch ist nichts entschieden, zwischen Platz 4 und 11 ist alles noch eng zusammen. Morgen ab 10:30 Uhr folgen die 3000 m.
Dafür dass die Stimmung nicht unterkühlt war, sorgten mehrere Schulklassen, die einen Ausflug in die Halle gemacht hatten, und für ordentlich Stimmung am Vormittag sorgten.

Bjugn, Tag 2

Der zweite Tag begann mit einem gemütlichen Frühstück (als Selbstversorger entfällt ein Beitrag über die Eigenheiten norwegischer Frühstücke). Danach zogen wir los zur Halle. Als erstes erledigten wir die Anmeldeformalitäten. Mit uns trieben sich dann etwa 30 andere Masters auf dem Eis herum. Viel trainieren kann man sowieso nicht mehr am Tag vor dem Wettkampf. Es geht nur darum Gefühl für die Halle mit ihrem Eis zu bekommen. Wie schon gestern fühlte ich mich recht wohl. Nach dem Warmlaufen ein paar Antritte, ein paar schnelle Kurven, ein paar Übergänge und gut ist.
Anschließend Tanken. Das trieb mir die Tränen in die Augen, einmal Volltanken für über 100 €.
Als wir zurück in unsere Hütte kamen kreiste gerade ein Seeadler über dem Gelände. Das ist hier Natur pur! Hirsche grasen direkt neben der Straße. Es fehlt eigentlich nur noch ein Elch.
Die selbst bereitete Pasta-Party war recht lecker. Den seltenen Sonnenschein am Nachmittag nutzten wir zur Besichtigung alter deutscher Festungsanlagen aus dem zweiten Weltkrieg. Mittelpunkt der Anlage war ein Geschützturm des Schlachschiffs Gneisenau, das den Eingang zum Trondheimfjord bewachen sollte. Leider war das Museum geschlossen und wir mussten uns mit dem Außengelände begnügen.

Gegen Abend riefen wieder die Pfichten. Teamleader-Meeting, Auslöung und anschließend der Welcome-Drink in Form einer Apfelschorle.
Die Auslösung war für mich genauso ernüchternd wie die Apfelschorle. Auf der einen Seite freut es mich ja, dass ich inzwischen in die stärkeren Gruppen gesetzt werde, aber mit Frode Eidsmo habe ich über 500 m einen Gegner, der wirklich in einer ganz anderen Liga spielt. Die Krönung dann über 3000 m: Frank Probst aus Berlin. Wir beide sind allein schon in diesem Jahre diverse Rennen gegeneinander gelaufen. Da fährt man 1600 Km um gegen genau den Gegner zu laufen mit dem man bereits die meisten Rennen in diesen Jahr bestitten hat, der in der Nachbarhütte wohnt, bei dem ich in Berlin immer übernachte… und der immer die 3000 m gegen mich gewinnt.
Für alle, die Interesse daran haben, wie ich bei meinem ersten Lauf hinterher fahre, hier der Link zum Livestream. 500 m: Startzeit ca. 12:58 Uhr im 15. Paar auf der Außenbahn. Die 3000 m folgen erst Samstag.

Bjugn, Tag 1.1

Endlich ging es richtig los. Also ab auf’s Eis. Nur etwa 12 Leute wollten heute Nachmittag trainieren. Das Eis macht einen brauchbaren Eindruck. Die Bahn scheint die Berliner Geometrie zu haben, das Eis wirkt sehr hart, aber schnell. Einziges Manko, es ist schweinekalt in der Halle. Zum ersten Mal laufe ich in einer Halle freiwillig mit Handschuhen. Angeblich sollen es 6°C sein, gefühlt eher 0° bis 2°C. Nach 90 Minuten hat sich die Temperatur der Füße der des Untergrundes stark angenähert, so dass auch ich das Training beende.
Der Abend klingt mit einem Chili-con-carne, das auch von innen wärmt, in gemütlicher Runde aus.

Bjugn Tag1.0

… in Norwegen begannen uns Schneeregen und ein paar Vollsperrungen der Autobahn ein wenig zu ärgern. Aber hinter Oslo legte sich beides. Durch eine tief verschneite Winterlandschaft ging es weiter in Richtung Norden. Die letzten paar hundert Kilomter führten uns über menschenleere Landstraßen und zogen sich übel in die Länge, bis wir endlich Bjugn erreichten. Nach kurzer Eishallenbesichtigung fanden wir unsere Ferienhütten und genossen die Pause bis zum anstehenden Training.

Bjugn Tag 0

Zum Auftakt der Bjugn-Tour stand erst einmal ein echtes Stück Arbeit auf dem Programm. Am Montag Mittag war mein Sharan pünktlich um 14:00 Uhr voll gepackt und besetzt zur Abfahrt bereit. Problemlos kamen wir überpünktlich in Puttgarden an und wurden noch eine Fähre früher mitgenommen. Auf der Fähre genossen wir den Sonnenuntegang über der spiegelglatten Ostsee. Dann kam die Arbeit, die 15-stündige Fahrt durch das nächtliche Skandinavien. Zwei Stunden fahren, wechseln, etwas schlafen, weiterfahren usw. Aber das kalte und trockene Winterwetter ließ uns bei strahlendem Mondschein gut vorankommen. Gegen Mitternacht erreichten wir Norwegen…
Zwei Punkte bleiben mir unerklärlich: Warum muss ein sauber gepacktes Auto während der Fahrt komplett umgeräumt werden? Warum vergessen sämtliche Zöllner ihre Pflichten, sobald Reinhold sie in ihrer Landessprache zutextet?

Leeuwarden Tag 3, nach der WM ist vor der WM

Recht müde und gut gesättigt kehrte ich vom gestrigen Bankett zeitig zu meinem Quartier zurück. Heute Morgen nach dem üblich oppulenten Frühstück ging es noch einmal auf das Eis. Warum sollte ich die Gelegenheit nicht nutzen um noch einmal etwas zu trainieren? Erstaunlich viele Sportler tummelten sich zusammen mit mir auf dem Eis. Aber irgendwann ergaben sich auch die nötigen Lücken zwischen den Zügen um ernsthaft zu trainieren. Langsam musste ich mich wieder an längere Strecken gewöhnen. Allerdings könnte ich es mir einfach nicht verkneifen am Ende der drei Stunden auf dem „Sahne-Eis“ noch ein paar Sprints hinzulegen. Dann im Quartier schnell duschen, Sachen ins Auto schmeißen und ab durch den Sturm nach Hause. Wer in der Gegend mal Urlaub machen will, ich habe die Adresse eines sehr gastfreundlichen Familienbetriebs.

Leeuwarden, Tag 2

Der zweite Wettkampftag konnte leistungsmäßig nicht an den ersten anschließen. Nach 0:45,34 über 500 m folgte im abschließenden 1000 m-Rennen eine 1:30,98. Im letzten Lauf ging der 15. Rang damit leider verloren. Für die nach dem ersten Tag erhoffte Bestleistung im Sprint-Vierkampf reichte es auch nicht. Inzells Eis ist in der Summe doch einfach irgendwie schneller.
Trotzdem war es ein einmaliger Wettkampf mit einer Wahnsinnsstimmung in der Halle. In jeder Eispause oder Warmlaufphase rückte eine friesische Blaskapelle ins Innenfeld und sorgte für Stimmung. Dazu eine technische Organisation, die an Perfektion kaum zu überbieten war. Dazu ein wirklich schnelles Eis und der größte Luxus, die Halle hat Fußbodenheizung! Am Ende folgten noch Vorführungen klassischen friesischen Schlittschuhlaufens natürlich in passenden Kostümen. Der Wettkampftag endete mit den Siegerehrungen, an Abend wartet noch das Bankett.

Leeuwarden Tag 1, (0:44,81 und die Arme sind heile)

Gemütlich konnte ich es angehen lassen. Das Warmup war für 13:00 Uhr festgelegt. Also erst einmal ein Spaziergang durch das Dorf um das umfangreiche Frühstück zu verdauen. Anschließend in aller Ruhe Kufen schleifen, Tee kochen und umziehen. Ab ins Auto und los zur Bahn.
Dort war ersteinmal 30 Minuten Zeitverzug angesagt. Einige Damen hatten sich so gründlich lang gemacht, dass das Eis bis auf den Beton durch war. Eine zusätzlich Eispflege wurde angesetzt. So erlebte ich noch eins der Highlights des Tages, die 1000 m der AK90. Der japanische Starter wechselte allerdings auf der Zielgeraden, aber ich hoffe die Schiedsrichter haben kollektiv weggeschaut.
Trotz aller Zeitknappheit wurde uns eine kurzes Warmup direkt vor den Rennen gewährt. Kurz auf’s Eis, etwas warmlaufen, zwei Antritte und gut ist. Schließlich muss ich gleich nach der Eispflege richtig ran.
Ich starte auf der Innenbahn, der stark erwartete Kasache schwächelt und ward nicht mehr gesehen. Der Start ist geglückt, die erste Kurve getroffen und ich kann das Tempo mit auf die Wechselgerade nehmen, die dann super läuft. Der zweite Kurveneingang passt und halte ich die Linie der hohen Geschwindigkeit zum Trotz ganz eng an den Begrenzungsklötzchen. Auf der Zielgeraden noch einmal treten. Das Ziel, ein suchender Blick zur Anzeige, 0:44,82 Jubel! Freude! PB! Am Ende wird meine Zeit noch auf 0:44,81 korrigiert.
Gut eine Stunde später die 1000 m, wieder gegen den Kasachen. Dieses Mal hält er besser dagegen. Erst auf der letzten Wechselgeraden schaffe ich es nach Gleichstand bei 600 m in seinen Windschatten zu kommen. Der Windschatten und den Gegner vor Augen ziehen mich heran. In letzten Innenkurve ziehe ich vorbei. Die Zeit, etwas enttäuschend 1:30,34. Aber eine PB am Tag reicht ja auch. In der Summe sind das 89,980 Punkte und Platz 15 unter 21 Startern. Und vor allem: Ich kann auch unfallfrei in Leeuwarden Rennen laufen. Link zum Livestream.

Leeuwarden, Frühstück

Letztes Jahr hatte ich mich ja im Rahmen der Baselga Tour über ausländische Frühstücke geäußert. Fairerweise muss ich das nun auch für Friesland tun. Schon in dem Quartier vor drei Jahren war der Begriff Oppulent eine glatte Untertreibung. Das setzt sich hier übergangslos fort. Ich bin der einzige Gast im Haus und alles wurde nur für mich aufgetischt: 7 Brötchen, 2 Scheiben friesisches Zuckerbrot, zwei Eier, Quark, eine Schale Obstsalat, Schinken, Käse, Marmelade. Brauchen Niederländer eigentlich noch weitere Mahlzeiten am Tag? Gut, dass ich erst am Nachmittag starten muss!

Leeuwarden Tag 0

Ich erreiche die Halle, suche den Weg zum Orga.-Büro und werde, bevor ich den Mund aufmachen kann, bereits mit vollem Namen begrüßt. Wieso kennen die mich hier alle? Muss ich mir Gedanken machen? Die Formalien sind schnell erledigt. Dann wieder los das Quartier suchen. Im kleinen Dörfchen Warten werde ich freundlich begrüßt und als ich meine Begeisterung über die traumhafte Lage am Wasser mit der Tatsache, dass ich Ruderer bin, begründe, werde ich sofort dem Hausherren vorgestellt, der ebenfalls rudert. Zur Begrüßung gibt es erstmal eine Kanne Tee. Klamotten reinkramen, umziehen, dann geht es wieder zur Halle. Wenn 180 der gemeldeten 220 Masters gleichzeitig versuchen sich auf einen Sprintwettkampf vorzubereiten, ist das Chaos vorprogrammiert. Aber egal, irgendwo fand sich dann doch mal eine freie Runde. Das Eis fühlt sich super schnell an. Noch schnell zwei Starts beim Starter geübt und Feierabend. Anschließend die Eröffnung mit Welcome-Drink (Igitt alkoholfrei!). Beeindruckend war die Vorführung eines Rennens auf uralten holländischen Schlittschuhen, die noch nur mit ein paar Gurten direkt unter die dicken Wollsocken(!) gebunden wurden. Respekt vor den Geschwindigkeiten, die die alten Herren auf diesen „Steinzeitgeräten“ ereichten.
Der Abschluss des Abends war die Auslosung. Zweimal darf ich gegen den starken Kasachen Kistenjov antreten. Ab 14:00 Uhr im 12. Paar (6. Quartett) und ab 15:20 Uhr im 11. Paar (6. Quartett). Also etwa um 14:08 Uhr und 15:30 Uhr (für alle die den Videostream schauen wollen, sofern er denn noch irgendwo auftaucht, Link s.u.).

Leeuwarden Tag -1

Der Urlaub ist genehmigt, das Auto ist vollgetankt und hat frischen TÜV, das Quartier ist gebucht. Die Startlisten sind bekannt, insgesamt wollen 20 Leute aus vier Nationen um den Titel der AK55 kämpfen. Chancen auf einen vorderen Platz habe ich keine bei diesen „niederländischen Meisterschaften mit Gästen“.
Die Ankündigungen der Organisatoren hören sich vielversprechend an. So ähnlich war es auch vor drei Jahren. Bis zum ersten Rennen war es damals eine tolle Veranstaltung. Allerdings endete der Wettkampf für mich mit einem gebrochenen Arm im Krankenhaus. Aber das ist abgehakt! Dieses Mal möchte ich alle vier Distanzen zu Ende laufen.
Einen schönen Sprintvierkampf in einer tollen Atmosphäre, das wünsche ich mir. Die Bestzeiten aus Inzell werden sich wohl kaum erreichen lassen. Also eine WM mal ganz ohne Druck. Wer mag, darf auf mich live aufpassen, es soll einen Livestream im Internet geben, weitere Informationen dazu folgen später unter diesem Link.

Medaillenflut bei Hallen-LM

Die Hallen Landesmeisterschaften der Jugend in Gifhorn waren ein voller Erfolg für den Nachwuchs des Skate-Team Celle. Die beste Medaillenbilanz in der Geschichte des Vereins bestätigen den Fleiß und Einsatz beim winterlichen Jugendtraining. Über die Hälfte aller LM-Medaillen fanden ihren Weg an die Aller. Im Detail sind das: 7 Gold, 5 Silber und einmal Bronze und dazu kamen noch einige Treppchenplätze in den Fitnesswertungen für das 20-köpfige Team.
Youth w.: 1. Friederike Dobberkau, 2. Anja Rumpf.
Youth m.: 1. Felix Byrne.
Kadetten w. Fitness: 2. Jella Klingenberg.
Kadetten m.: 2. Malte Byrne (1. LM).
Sch-A w.: 2. Tabea Averbeck.
Sch-A m.: 1. Jo Runge, 2. Janek Weber.
Sch-B w.: 1. Sidney Wöhler.
Sch-B m.: 1. Johannes Postel, 2. Moritz Gumpert, 4. Naim Topal (3. LM). Fitness: 1. Julian Surborg.
Sch-C w. Fitness: 5. Carolina Kubiak.
Sch-C m.: 1. Louis Runge, 2. Florian Seffers.
Sch-D w. Fitness: 1. Luisa Wolter.
Sch-D m. Fitness: 1. Nikolas Kubiak, 2. Philipp Seffers.

Fotos findet Ihr im Fotoalbum (oder durch den Klick auf das Foto).

Punktlandung in Berlin

Jo Runge hatte das große Ziel endlich die Schallmauer von einer Minute über 500 m zu erreichen. Mit seiner Aufgabe nahm Jo das sehr genau und schaffte die Punktlandung auf das Hundertstel genau von exakt 1:00,00. Auch Christian Freyse lieferte über 500 m eine neue persönliche Bestleistung ab. Thomas Rumpf beendete den diesjährigen Berlin-Pokal als vierter.

Ereignisreiches Wochenende

Am vergangenen Wochenende war recht viel los. Freitagabend durften sechs STC-ler bei der Sportlerehrung des Landkreises ihre Pokale entgegen nehmen. Am Samstag fanden Aktivitäten in verschiedenen Hallen statt. In Lachendorf und Geisingen wurde auf Rollen trainiert, während in Berlin auf dem Eis ein Rennen mit anschließender Trainingseinheit absolviert wurde. Der Sonntag lockte dann mehrere Aktive, teilweise auf Nordic-Skates, erstmals in diesem Jahr, in die warme Frühlingssonne.

Fleißige Kids in Hildesheim

Am gut besuchten NRIV-Training in Hildesheim nahmen insgesamt 15 Celler teil. 12 Jugendliche waren angetreten und dazu hatten sich drei Erwachsene zwischen die Kids gemogelt. Den jüngernen Sportlern gehörte der Vormittag bis dann um 12:30 Uhr die Ablösung durch die „Großen“ erfolgte. Gegen 16:30 Uhr waren alle „hinreichend platt“ um sich auf den Heimweg zu machen.

Jo wird dritter beim Berlin-Pokal

Rechts Jo Runge, 3. der Junioren E2.

Zum ersten Mal gelang mit Jo Runge einem Jugendlichen des Skate-Team Celle der Sprung auf das Treppchen des Berlin-Pokals der Eisschnellläufer. Nach vier Wettkampftagen und insgesamt acht Rennen über Distanzen zwischen 200 m und 500 m belegte er den dritten Rang der Junioren-E2. Am Schlusstag krönte er seine Leistung noch mit einer neuen persönlichen Bestmarke über 300 m in 0:37,46. Janek Weber konnte ebenfalls mit neuen persönlichen Bestzeiten über 300 m und 1000 m (erstmals unter 2 Minuten) glänzen, wurde aber nur zehnter der Junioren D1, weil er erkältungsbedingt einen Wettkampftag ausgelassen hatte. Thomas Rumpf festigte mit einer neuen Saisonbestleistung über 3000 m seinen vierten Rang der Masters-Wertung am dritten Wettkampftag der Masters.

Thomas wird deutscher Meister im Eisschnelllauf

Beim internationalen Masters Criterion in Erfurt belegte Thomas Rumpf den zweiten Rang der internationalen Wertung. Er musste sich nur dem Niederländer Jan Buisman geschlagen geben. Den Kampf um die im Rahmen der Veranstaltung ausgetragenen deutsche Masters Meisterschaft entschied er deutlch für sich. Standesgemäß für einen deutschen Meister holte er sich den Titel mit einer neuen persönlichen Bestleitsung (187,200 Punkte) im Mini-Vierkampf über die Distanzen 500 m/ 1500 m/ 1000 m und 3000 m.

Gold im Visier

Beim internationalen Masters Criterion in Erfurt im Eisschnelllauf eröffnete Thomas Rumpf die Rennen der AK55 mit einem Paukenschlag, indem er die 500 m für sich entschied. Allerdings ließen die starken Niederländer die Schlappe nicht auf sich sitzen und revanchierten sich über 1500 m. Nach zwei von vier Läufen belegt Thomas Rumpf nun Rang zwei. Bei der im Rahmen der Veranstaltung ausgetragenen deutschen Meisterschaft hat er die Goldmedaille seiner Altersklasse in Reichweite. Nach zwei der vier Strecken führt er bereits mit über sechs Punkten Vorsprung.

2. Berlin-Pokal der Masters

Die zweite Runde des Berlin-Pokals der Masters war von knappen Entscheidungen im Bereich von Hundertsteln geprägt. Am Ende belegte Thomas Rumpf zweimal den fünften Rang und festigte damit seinen vierten Platz in der Gesamtwertung. Janek und Jo nutzten die Gelegenheit in Berlin zu Trainingszwecken an den Start zu gehen. Jo konnte mit zwei neuen persönlichen Bestmarken über 300 m und 500 m überzeugen.

Daniel zweiter bei 8-h Staffel

Im Team IC Hannover & Friends war Daniel Rumpf kurzfristig als Ersatz eingesprungen. 12 Sportler hatten sich aus 5 Vereinen zusammen gefunden um bei dem 8-Stunden Staffelrennen in der Arena in Geisingen teilzunehmen. Am Ende standen 1514 Runden zu Buche, was gleichbedeutend ist mit 302,8 Kilometern bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 37,85 km/h. In der Endabrechnung musste sich die norddeutsche Mannschaft nur dem Team Bayern geschlagen geben und belegte einen starken zweiten Rang der neun gestarteten Mannschaften.